Wollteppiche




Echte Wollteppiche finden, wie Orientteppiche auch, ihren Ursprung in vorchristlichen Nomadenvölkern. Hier wurden Schaf- und Ziegenwolle zu flachen Geweben verflochten, die dazu dienten, den Untergrund der Behausungen und die Füße der Bewohner warmzuhalten. Auch wurden sie als Wandbehang, als Türvorhang und als Decke zur Wärmedämmung benutzt. Sie waren nicht nur funktional, sondern auch ansehnlich. Schnell entwickelten sich immer wiederkehrende Muster beim Flechten, woraus sich später unverwechselbare Designs bildeten. Es wird zwischen (Schur-) Wolle und Baumwolle unterschieden. Aus Schaf- und Ziegenwolle werden weiße, braune und schwarze Wollgarne erzeugt, die durch Färbungsverfahren in alle möglichen Farbtöne gefärbt werden können. Baumwolle wird aus der Baumwollpflanze gewonnen, dessen Samenhaare büschelweise geerntet und zu Garnen weiter verarbeitet werden. Wolle ist besonders dehnbar, nämlich bis zu 30 Prozent ihrer Faserlänge, was sie besonders elastisch macht und den großen Vorteil hat, dass sich Druckstellen im Wollteppich schon nach kurzer Zeit wieder zurückziehen.

Die Entwicklung von den damaligen Knüpfrahmen zu den Webstühlen von heute war ein langer Prozess. Wo damals Holz und zufällig vorhandene Hilfsmittel zur Arbeitserleichterung dienten, werden heute haltbare Werkzeuge und leicht bedienbare Geräte in den Manufakturen eingesetzt. Doch die Fingerfertigkeit ist bis heute noch genauso notwendig für die Weber wie früher zu den Anfängen der Teppichweberei.

In Europa werden Teppiche meist maschinell hergestellt. Echte Orient-Wollteppiche sind handgewebt und durchlaufen einen langen Herstellungsablauf, an dem eine Vielzahl an Webern beteiligt ist. Die Herstellung eines Wollteppichs kann mehrere Tage, bis sogar Wochen in Anspruch nehmen. Die Kombination verschiedenfarbiger Fasern verleiht dem Wollteppich einen exklusiven Look. Noch bis heute verzieren alte Motive und traditionelle Muster Wollteppiche.